Matrixcode

Aus Markenheftchen
Matrixcode, welcher die Zeichenkette "Markenheftchen Wiki" codiert.

Der Datamatrixcode (DMC), oder umgangssprachlich auch nur Matrixcode, ist ein zweidimensionaler Code, der Informationen in Form von kleinen schwarzen und weißen Quadraten speichert. Anders als der klassische Strichcode kann er Daten nicht nur in eine Richtung, sondern in zwei Richtungen aufnehmen. Dadurch lassen sich auf sehr kleiner Fläche vergleichsweise viele Informationen unterbringen. Ein Datamatrixcode kann mit speziellen Lesegeräten oder auch mit vielen Smartphone-Kameras ausgelesen werden.

Entwickelt wurde der Datamatrixcode Ende der 1980er/Anfang der 1990er-Jahre. Ziel war es, eine zuverlässige Kennzeichnung für kleine Produkte und Bauteile zu schaffen, bei denen herkömmliche Barcodes an ihre Grenzen stoßen. Seitdem hat sich der DMC stetig weiterverbreitet und ist heute ein international genormtes und weit verbreitetes System (ISO/IEC 16022).

Ein großer Vorteil des Datamatrixcodes ist seine Robustheit, welche mit Hilfe von Fehlerkorrektur erreicht wird. Selbst wenn Teile des Codes beschädigt oder verschmutzt sind, können die gespeicherten Informationen oft noch vollständig gelesen werden. Außerdem kann ein DMC unterschiedliche Arten von Daten enthalten, zum Beispiel Zahlen, Buchstaben oder Kombinationen daraus. Dadurch eignet er sich sowohl für einfache Kennzeichnungen als auch für komplexere Anwendungen.

Außer auf Briefmarken wird der Datamatrixcode in vielen anderen Bereichen eingesetzt. In der Industrie dient er zur Kennzeichnung von Bauteilen und zur Rückverfolgbarkeit von Produkten. In der Medizin findet man ihn auf Medikamentenverpackungen, um Fälschungen zu erkennen. Auch auf Eintrittskarten, Ausweisen oder elektronischen Geräten kommt der DMC häufig zum Einsatz.

Deutsche Post und Matrixcode

Post & DHL App - Infos zur Briefmarke

Datamatrixcode verwendet die Deutsche Post bereits seit 2001. Eingeführt mit der PC Frankierungssoftware STAMPIT (heute Internetmarke) folgten 2004 Frankiermaschinen (FRANKIT) und die sogenannte DV-Freimachung, welche Schritt für Schritt auf digitale Frankiervermerke umgestellt wurden.

Heutzutage tragen auch Zusatzleistungen wie PREMIUMADDRESS oder das Einschreiben einen solchen Code.

Erste Briefmarkenausgabe mit DMC
vom 04.02.2021

Seit Anfang 2021 werden auch Briefmarken mit einem DMC herausgegeben, wobei jede einzelne Marke mit einem individuellen Code versehen wird. Im Zuge der Einführung wurde die Stempelfarbe bei der Post von schwarz auf blau umgestellt, um die Lesbarkeit des schwarz/weißen Codes zu verbessern. Für die postalische Entwertung spielt die Abstemplung jedoch eigentlich keine Rolle mehr, da die Briefmarken während der automatisierten Sortierung gescannt und damit entwertet werden.

Der Datamatrixcode auf Briefmarken stellt auch eine Menge zusätzlicher Informationen wie Produktart, Druckerei, Größe, Nominale, Auflagenhöhe und Hintergrundinformationen zum Ausgabeanlass nebst Abbildung bereit, welche mittels der Post & DHL App mit jedem Handy ausgelesen werden können beziehungsweise von der App zusätzlich bereitgestellt werden.

Markenheftchen und Folienblätter

Um die für Markenheftchen- und Folienblattsammler und -sammlerinnen relevanten Informationen eines Briefmarken-DMC zu verstehen, lohnt ein genauerer Blick. So wird man sich auch zu helfen wissen, wenn ein Smartphone mit App gerade nicht zur Hand ist.

DMC
Quelle: J. Olschimke
DMC: Codeworte farbig markiert

In der Abbildung sind die Codeworte zur leichteren Unterscheidung farbig markiert. Die grauen Felder dienen der Fehlerkorrektur. Ein Codewort besteht aus acht Matrixpunkten, welche ein Byte Information abbilden, da ein Byte in dieser Systematik aus 8 Bits - 0 oder 1 - besteht. Die Umrandung dient der einfachen Abzählung von Zeilen und Spalten der Matrix.

Wesentlich sind hier die Codeworte 18 und 19, in der Abbildung durch Pfeile hervorgehoben. Codewort 18 stellt Informationen zur Druckerei und Codewort 19 zum Produkttyp bereit.