Herstellung von Markenheftchen
Manuelle Fertigung, 1963
Am Beispiel des Bund MH 7 ist der manuelle, teil-maschinelle Fertigungsprozeß der Markenheftchen in der Bundesdruckerei in den frühen 1960er Jahren recht gut nachzuvollziehen.
Zunächst werden von den Markenheftchenbögen die Ober- und Unteränder abgetrennt. Die MHB werden vertikal zu Heftchenblattgröße getrennt und in fünf zusammenhängende vorgeschnittene Deckelseiten eingelegt. Mittels einer Schneidemaschine werden daraus dann fünf einzelne MH.
In einem späteren Schritt werden die MH dann zur Bestückung von Automaten verpackt.
Vollautomatisierte Fertigung, ab 2. Quartal 1974
Mit dem Bund MH 20 begann die vollautomatisierte Fertigung von Markenheftchen bei der Bundesdruckerei in Berlin. Dies geschah mittels einer speziell dafür angefertigten Maschine(nstraße) der Firma Göbel in Darmstadt.

Die "Heftchenmaschine" war eine hochkomplexe Konstruktion, welche die bereits gedruckte und gezähnte Markenbahn mittig trennte, die nicht zuverwendende Hälfte wieder aufrollte, den Chromolux-Deckelkarton vorder- und rückseitig im Buchdruck bedruckte und diesen mit der gerade geschnittenen Markenbahnhälfte zusammenführte, den Heftchenblattrand zuschnitt und die Reste absaugte, dann beide zusammenklebte, den Deckel perforierte, den Zählbalken bei jedem 50. MH auf dem Deckel aufbrachte, die einzelnen Heftchen zuschnitt, dann faltete, und schließlich der ab Bund MH 20 c nun ebenfalls automatisierten Verpackung in Blistern zuführte.
Bei Druckbeginn musste die Maschine zunächst fein-justiert werden. Dies geschah mittels Maschinenprobeheftchen, an welchen man den etwaigen Versatz des Deckeldrucks und der eingeklebten Heftchenblätter ablesen konnte.
Insgesamt existierten bei der Bundesdruckerei zwei solcher Maschinen.
Das letzte Heftchen, welches auf einer der alten Heftchenmaschinen gedruckt wurde, war das Bund MH 42 im Jahr 2000. Danach wurde die letzte Maschine verschrottet.
